Hier die Motivationstheorie nach Maslow etwas ausführlicher:

Bedürfnistheorien waren ursprünglich als reinen Spannungsreduktionstheorien konzipiert, d. h. sie waren an Mängelzuständen ausgerichtet. Ein Mensch – so die Annahme – ist nur dann motiviert, wenn er an einem Mangel leidet. Häufig wurde dieser Mangelzustand mit einem physiologischen Ungleichgewicht zusammen gebracht, dass auf einen Gleichgewichtszustand drängt (Triebreduktion). Es wurden zunehmend Kritik an der Mangeltheorie der Motivation laut, nicht nur wegen ihrer Triebmetaphorik, sondern besonders, da viele offenkundig bedeutsame Phänomene menschlichen Verhaltens (wie Lust, Neugierde, Interesse am Lernen) nicht einbezogen wurden. Man spricht von Anregungs- und Abundanzmotiven. Abraham Maslow versucht beide Motivarten in seiner Theorie zu vereinen. Die Gegenpole Spannungsabbau und Spannungsaufbau werden dort über die Idee einer Bedürfnishierarchie theoretisch versöhnt.

Maslows Theorie unterscheidet fünf allgemeine Klassen von Bedürfnissen, die im Hinblick auf ihre Dringlichkeit hierarchisch geordnet sind.
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Die fünf Bedürfnisklassen können, wie folgt, charakterisiert werden:
  1. Physiologischen Bedürfnisse: elementare Verlangen nach Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung. Der Vorrang gegenüber den übrigen Bedürfnissen ergibt sich aus der Natur des Menschen.
  2. Sicherheitsbedürfnis: Verlangen nach Schutz vor unvorhersehbaren Ereignissen des Lebens (Unfall, Beraubung, Invalidität, Krankheit etc.), die die Befriedigung der physiologischen Bedürfnisse gefährden können. (z. B. Sicherung des Daseins, des Arbeitsplatzes, der Zukunft)
  3. Soziale Bedürfnisse: Streben nach Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit und befriedigenden sozialen Beziehungen. (z.B. Liebe, Zuneigung, Interaktion)
  4. Wertschätzungsbedürfnisse: Wunsch nach Anerkennung und Achtung. Dieser Wunsch bezieht sich sowohl auf Anerkennung von anderen Personen als auch auf Selbstachtung und Selbstvertrauen. Es ist der Wunsch natürlich und notwendig zu sein. (z.B. Anerkennung, Status, Prestige)
  5. Selbstverwirklichungsbedürfnisse: Streben nach Unabhängigkeit, nach Entfaltung der eigenen Persönlichkeit im Lebensvollzug, nach gestaltenden Aktivitäten.

Der Maslow´sche Ansatz baut auf zwei Thesen auf:
Das Defizitprinzip besagt, dass Menschen danach streben, unbefriedigte Bedürfnisse zu befriedigen. Unbefriedigte Bedürfnisse wirken handlungsmotivierend auf den Menschen. Ist das Bedürfnis weitgehend sichergestellt, hört diese auf, handlungsmotivierend zu wirken. Änderungen in der Lebenssituation (z.B. Arbeitslosigkeit) können allerdings ein abermals Auftauchen des vormals befriedigten Bedürfnissen bewirken.
Das Progressionsprinzip besagt, dass menschliches Verhalten grundsätzlich durch das hierarchisch niedrigste unbefriedigte Bedürfnis motiviert wird. Der Mensch versucht zunächst seine physiologischen Bedürfnisse zu befriedigen. Ist das geschehen, bedeutet dieses Bedürfnis keinen Handlungsanreiz mehr und so werden die nächst höherem Motive, der Sicherheitsbedürfnisse, aktiviert. Dieser Prozess setzt sich fort bis zum Bedürfnis der Selbstverwirklichung, wobei hier postuliert wird, dass es nie abschließend befriedigt werden kann. Es ist also ein Bedürfnistypus besonderer Art, den Maslow als Wachstumsbedürfnis im Unterschied zu den Defizitsbedürfnissen nennt. Dieser Verlauf wird gestoppt, wenn auf einer der Ebenen keine Befriedigung des Bedürfnisses erfolgt. Das nächst höhere Bedürfnis wird dann nicht verhaltensbestimmend.
Folgende Punkte sind zusätzlich zu beachten:

Grundbedürfnisse und höhere Bedürfnisse: Maslow will die Bedürfnishierarchie als Basis jeder Handlungsmotivierung verstanden wissen, räumt jedoch ein, dass im Einzelfall eine Modifikation im Lichte der Gesamtpersönlichkeit und des sozialen Umfeldes erfolgen kann. Empirische Untersuchungen weise dementsprechend darauf hin, dass eine Bedürfnishierarchie in der postulierten Weise nicht vorfindbar ist; sie berichten aber übereinstimmend, dass einen hierarchische Trennung in zumindest zwei Gruppen (Bedürfnisgruppe 1 und 2 Grundbedürfnisse und Bedürfnisgruppen 3, 4 und 5

höhere Bedürfnisse) möglich ist.

Bedürfnisbefriedigungsgrad: Eine Klasse der Bedürfnisse muss nicht zu 100% befriedigt sein, damit die nächst Klasse motivierend wirkt. Häufig reicht ein Grad von 70% oder weniger, um einen nächst höheres Bedürfnis in den Vordergrund treten zu lassen. Maslow geht davon aus, dass soziale Bedürfnisse im Durchschnitt nur zu 50% befriedigt sein müssen, damit das Wertschätzungsbedürfnis dominant werden kann.

Reife und Mündigkeit: Eine gewisse Relativierung bringt auch die psychische Entwicklung des Individuums, d. h. mit zunehmender Reife und Mündigkeit ändert sich die relative Bedeutung der verschiedenen Bedürfnisse als Motivatoren und die Höhe der Anspruchsniveaus.